Sich selbst beim Denken zusehen

Früher hab ich geglaubt, jeder Gedanke in meinem Kopf wäre wahr. Wenn so ein Gedanke kam, wie: "Du bist nicht gut genug!" Dann hab ich das einfach geglaubt.
Heute merke ich manchmal: Ah. Das ist nur ein Gedanke. Und allein dieser kleine Abstand hilft mir, dass ich mich nicht mehr so runterziehen lasse. Stattdessen entsteht Platz für neue Gedanken, andere Gedanken ... – アオイ / Aoi

 

Manchmal fühlt es sich so an, als wären Gedanken einfach die Wahrheit. Ein Gedanke taucht auf – und zack, du bist mittendrin.

Zum Beispiel: Ich bin ein Versager.

Wenn du das denkst, passiert es oft, dass du dich auch so fühlst. Es fühlt sich echt an. Mies. Endgültig. Als würdest du dieser Gedanke sein

💭 Gedanken sind aber keine Tatsachen

Achte mal auf diesen Unterschied:

  • Ich bin ein Versager.

  • Ich denke, dass ich ein Versager bin.

Im zweiten Satz passiert etwas Neues. Du hast einen Gedanken – aber du bist nicht mehr der Gedanke. Genau darum geht es beim „sich selbst beim Denken zusehen“.

🧘‍♂️ Die entspannteste Strategie: nichts tun

Wenn belastende Gedanken auftauchen, wollen wir sie oft:

  • wegdrücken

  • widerlegen

  • bekämpfen

  • endlos analysieren

Das Problem: Je mehr du mit ihnen kämpfst, desto länger bleiben sie. Eine überraschend wirksame Alternative ist: nichts tun. Und zwar absichtlich.

Du lässt den Gedanken da sein. Du diskutierst nicht mit ihm. Du versuchst nicht, ihn loszuwerden. Du schaust einfach zu – mit etwas Abstand, so, als würdest du Wolken am Himmel beobachten.

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